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Kenyan Top Bar Hive

Platz-, zeit- und kostensparendes Hobbyimkern mit beweglichen Waben ohne schweres Heben. Einfacher Selbstbau aus Holz und Verzicht auf belastete Wachsmittelwände und Kunststoffwaben.

Das erste Opfer ist immer ... die Garage.

Diese Analogie zum Spruch: Das erst Opfer eines Krieges ist immer die Wahrheit, gilt fast immer für die Hobbyimkerei und nur die wenigsten Hobbyimker , die nicht mit der Oberträgerbeute imkern, kriegen ihr Auto noch in der Garage abgestellt. Während der Totalbauerneuerung galt das Ausnahmsweise auch für mich, die Bienen alles zum Anlass zum Räubern genommen haben. Während ich sonst abgeschnittene Drohnenwaben oder Presskuchen von der Honigernte im Tiefkühlschrank sicher zwischenlagern kann, benötigte ich diesmal die Garage als bienensicheren Abstellraum. Außerdem mußte ich die Waben mit unreifen Honig, Pollen und Brut sofort einschmelzen. Nachdem ich erst versucht hatte das Schmelzen während des Regens im Freien durchzuführen, machte ich die Erfahrung, dass der Regen unbemerkt aufgehört hatte. Etwa 50 Bienen zeigten bereits reges Interesse amb. Der geschlossenen Schmelzkiste. Um keine Räuberei durch Bienen suchende Bienen zu bekommen, habe ich das gesamte Gedöns schnell in die Garage gebracht. Die Bienen begleiteten mich nur allzu gerne. Um die Bienen wieder aus der Garage zu bekommen habe ich aus einer Plastikflasche und einem Stück Plastikgitter einen Bienen-Zyklon gebastelt. Ein Zyklon besteht aus einem Wechsel von Röhren mit verschiedeneren Durchmessern hintereinander. Je kleiner der Durchmesser einer Röhre ist, desto schneller wird eine gleiche Menge Luft hindurchströmen. In einem eingesetzten Stück mit größerem Querdurchmesser sinkt die Luftgeschwindigkeit stark ab. Die Bienen werden durch die Düse eingesaugt und kommen in den ruhigeren Teil der Flasche. Wegen des Gitters können die Bienen nicht in den Staubsauger selbst hineingezogen werden. Gegen den Strom in der Düse können die Bienen die Flasche auch nicht mehr verlassen, solange das Gerät angeschaltet bleibt. Derartige Zyklone werden auch als Luftfilter in landwirtschaftlichen Maschinen oder wie hier zum Umsiedeln von Wespen- und Hornissen verwendet. Den Staubsauger nur auf die sanfteste Saugstärke einstellen und alle Bienen lassen schonend aus der Garage entführen. Danach folgte das, was es beim Hobbyimkern zum Glück selten gibt. Nachtschicht.

 

Einblick in den BienenstaubsaugerEinblick in den Bienenstaubsauger

 

 


 Nützliches und Einfaches

Um kleine angebaute Stellen leicht trennen zu können, hilft ein Sägeblatt mit einem abgeknickten Ende, wie es hier abgebildet ist oder ein L-förmiger Fugenkratzer, der auch als Ersatzstockmeisel eingesetzt werden kann. Die seitlichen Randleisten auf dem Foto sind nur geschraubt, um sie, falls nötig (wenn die Randwabe an die Wand angebaut sein sollte), leicht entfernen zu können oder als lose Leisten gestaltet (siehe unten). Eine gute Wabenpflege ist nicht nur bei der Oberträgerbeute Grundvoraussetzung für ein gutes Arbeiten. Besonders bei Auszugsbeuten ist dies wichtig. Auch bei Magazinen kann ich mich an Oberträger erinnern, die ohne den Rest der Wabe aus der Zarge kamen.

Sägeblatt auf Oberträgern abgelegt

 

Bei starkem Bienenbesatz und starker Randverbauung ist es von Vorteil das Sägeblatt mit etwas Nelkenöl einzureiben, dies hält die Bienen auf Abstand und verschafft freie Sicht auf den Zwischenraum.

Anbaupunkte einer Wabe in der Beute

Wie alles ist der Winkel für die Schräge de Seitenteile nicht wirklich eng gefasst. Bei mir sind es etwa 22,5°, die sich aus dem Beutenmaß ergeben. Bauskizzen befinden sich auch auf der Homepage. Je schräger umso kleiner die Wabe und so geringer die Wahrscheinlichkeit, dass die Bienen seitlich anbauen, auch wenn die Beutemal nicht ganz waagerecht ausgerichtet ist. Das Kirchhainer Begattungskästchen funktioniert auch mit steilen 55° noch sehr sicher, auch wenn dort genau an den gleichen Punkten Wachsbrücken angebracht werden. Wenn die Bienen seitlich anbauen ist dies weniger von der Genauigkeit des Winkels als von der Stabilität der Waben abhängig. Neu gebaute Waben (ohne verfestigende Jungferhäute durch Brut) werden schon mal seitlich angebaut, insbesondere wenn sie beim Hantieren durch falschen Halten (seitlich knicken und so in Ihrer Stabilität) belastest wurden.

In der Skizze sind die angrenzenden Wabenbereiche rot markiert, an den die Bienen in der Top-Bar-Hive besonders gerne Wachsbrücken an die Vor- und Rückwand aussziehen. Die Ordnungszahl entspricht dabei der wahrscheinlichen Reihenfolge, dass an diesen Stellen Wachsbrücken entstehen. Diese Stellen zu kennen und beim Bearbeiten der Bienenvölker zu berücksichtigen, in dem am vorsichtig den Sockmeisel oder ähnliches an diesen Punkten unter den Bienen einschiebt, hilft, Wabenzerstörungen und Unruhe im Volk zu vermeiden.

 

Wenn die Waben öfters entnommen werden und die Wachsbrücken (dann zum Beispiel mit dem abgebildetem Sägeblatt getrennt werden, bleiben die Waben unbeschädigt, sobald die Waben etwas in Gebrauch sind, werden sie immer seltener angebaut. (Wenn man die Beuteninnenseiten weiter mit dem Stockmeisel sauberschabt, hilft auch dieses.) Insgesamt ist es also auch etwas Übungssache beziehungsweise Umsicht des Imkers. Je mehr Erfahrung ich in den letzten Jahren gesammelt habe, umso weniger wurde angebaut, und nach dem ersten Jahr gab es auch normalerweise keine abgerissenen Waben mehr. Stark verbaute Waben sind meist auch voll Honig. Das rechtzeitige Ernten hilft hier sehr, abgerissene Waben, starkes Verbauen und unangenehmes Arbeiten zu vermeiden, bevor es auftritt.

Bei der Bearbeitung selbst merkt man häufig gar nicht, dass die Waben abgeknickt worden sind. Deshalb sollte man die Waben bereits bei einem Verdacht für die nächste Woche mit einem starken Draht stabilisieren.

 

Abgerissene Futterwabe nach falschem Handling.

Eine abgerissene Futterwabe nach der Überwinterung. Die Wabe wurde von den Bienen seitlich angebaut und die Zellen oben abgerundet. Würde die Wabe im Volk belassen, würden dei Bienen die Wabe wieder nach oben ausbauen.

 


Einfach besser!

Besser als (für jede Beute) eine Eingriffsklappe im Bodenbereich ist eine ist eine Gartenhacke (ohne Stiel). Durch durch die nach oben offene Bauweise und die schrägen Wände kann man das Gartenwerkzeug als ideale Gemüllkrücke verwenden.
Fein gemachtFein gemacht

 

Man nehme...

 

am Bienentabak versuche ich immer zu sparen, weil:

1. Man bei wenigen Völkern unverhältnismäßig viel Bienentabak benötigt,

 2. weil man Bienentabak nur über den Imkerfachhandel bekommt und der Aufwand dort hin zu fahren oder sich den Tabak schicke zu lassen leicht unverhältnismäßig erscheint.

 Aber Imkern ohne Rauch (wenigstens in Reserve) geht gar nicht. Nicht immer verhalten sich die Bienen so, wie erwartet und wehe man ist dann nicht vorbereitet. Die Bienen schwellen aus jeder Öffnung und man bekommt den Kasten nicht dicht ohne Bienen zu zerquetschen oder Rauch einzusetzen.

 Folgende Strategie setze ich ein, um Bienentabak zu sparen.

 1. Statt Rauch helfen fast immer auch ein paar Stöße Wassernebel aus dem Pumpzerstäuber.

 2. Den wertvollen Bienentabak kann man mit Kleintierstreu  oder Lavendelblüten aus den eigenen Garten und Eierkartons strecken. Die Eierkartons werden in Münzgroße Stücke gerissen und die Einstreu in einem Eimer mit einer Heckenschere (Handbetrieb) zerkleinert.

 Gerade der Tabak aus Einstreu und Lavendelblüten, die erst nach (!) der Blühphase geschnitten und getrocknet werden, riechen angenehm und beruhigen die Bienen.

 (Heute scheint es mir viel einfacher Lavendel aus den vielen Gärten zu bekommen, als Rainfarn und Scharfgabe in der Natur und an Wegrändern zu sammeln, wie es früher empfohlen wurde.)

 


 

 

Verdammt keine Munition mehr...

Wenn man irgendwas vergessen hat, sind es am ehesten die Handschuhe (darauf kann man auch verzichten) oder trockenes Zündmaterial für den Smoker. Mit der unten abgebildeten Mischung aus etwas Papier oder Eierkarton und Birkenrinde, die ich von einem abgebrochenen Ast abgezogen habe, ging der Smoker an wie nix.

Zunder auf Eimer bereitgelegt.

Und dann fand sich noch ein passendes Plätzchen...

für den Smoker. Der direkt am Pfahl an einem Isolator hängt und von einem zweiten Isolator abgestützt wird. So bleibt er im Blick und in Griffnähe und der Rauch zieht nach oben ab, ohne die Bienen ungewollt zu beunruhigen.

rauchender Smoker an Pfahl

 
Für den Transport am Bienenstand brauche ich noch etwas, das geländegängiger ist als mein PKW und in den Kofferraum passt. Neben einer Klappkistenkarre verwende ich diese Faltschubkarre und einen alten Jogger (geländegängiger Dreiradkinderwagen). Für längere Strecken ist die Schubkarre allerdings wenig geeignet. Als "Sonderzubehör" habe ich eine Windel mit einer Leiste (eine Art Rahsegel für die Schubkarre)als Zeckenfang angehängt, der mir der Weg freimachen soll.
 
Zusammenfaltbare, beladene Schubkarre

Im Ausnahmefall kann man die Faltschubkarre auch als Beutenkarre verwenden. Rückwärts kann man die Karre beladen in den Kofferraum schieben und braucht weder andere Hilfsmittel noch die Beuten einzeln umzuheben. Damit die Beuten nicht nach vorne abrutschen, habe ich auf das Seitenrohr der Karre einen Heckgepäckträger zur Befestigung an der Sattelstütze von Mountain-Bikes umgedreht angebracht. (Besser wären es  noch zwei Träger an beiden Seiten anzubringen)


Faltschubkarre mit zwei Beuten am Fahrzeug.
 

So soll es sein.

Der sanfteste Transport über Gräben, unebenes Gelände, schlammiges Gelände wird Bananen zuteil, die mit Hängebananen durch die Bananenplantagen gezogen werden.
 
Uff der Banana-Bahne dürfe nur Banane fahre...Uff der Banana-Bahne dürfe nur Banane fahre...
 
 
 
Leider habe ich eine Realisierung für Deutschland nie gesehen, aber beruflich konnte ich die Nutzung der Hängebananen 2016 bei einem Kleinbauernprojekt in der Domenikanischen Republik vor Ort kennenlernen. Ich bin begeistert!
 
Bienen fahren SchwebebahnBienen fahren Schwebebahn
 

 

 Mein Tipp!

TRAGEN SIE IHRE OBERTRÄGERBEUTE

Tragen und Sänften waren lang die sanftesten und geländegängisten Transportmittel (nicht nur in Afrika). Falls Sie allein sind, versuchen Sie lieber umzuhängen und bienenfreie Waben gleich abzuschneiden und in Eimern oder Kühlboxen nach Hause zu transportieren. Bienen sollten, wenn möglich, als Schwarm ohne Waben transportiert werden. Waben ohne Rähmchen sind deutlich stoßempfindler!

 

Wenn man eine zweite Person braucht, ist dies eine wunderbare Gelegenheit Fremde an die Biene heranzuführen und aufwendige rollende Spezialkonstruktionen lohnen sich für Hobbyimker eigentlich nie.

Zwei Afrikaner tragen eine TBH mittels eines Tragebalkens auf dem Kopf.


Pfähle zum Aufhängen des Bienenkastens die nur mit einem Hammer eingeschlagen werden halten besser, wenn zuvor mit einem Handbagger ein Loch aussticht. In weichem Oberboden habe ich zusätzliche Leisten um die Pfähle eingeschlagen, die den Pfahl verbreitern, wenn die Pfähle einen zu geringen Umfang (Durchmesser) hatten, um alleine sicher zu stehen.

Handelsüblicher Pfahlbagger

Ein anderes besonders geeignetes Werkzeug ist eine Pfahlramme, wie sie hier abgebildet ist. Leider besitte ich keine eigene. Aber ich brauche ja auch selten eine. Wichtig ist, dass die der Durchmesser auf die verwendeten Pfähle passt. Pfahlrammen sind sicherer im Einsatz und vermeiden das Spalten der Pfahlköpfe, wie es mit einem schweren Hammer geschieht, wenn der Untergrund zu fest ist. Generell stören die Pfähle sehr wenig, da sie noch leichter entfernt als gesetzt werden können und keine dauerhaften Spuren hinterlassen. Unter den Kästen kann das Gras oder ähnliches weiter wachsen. Es gibt keine Bodenversiegelungen. Bienenhäuser oder ähnliches sind beim Imkern mit der Oberträgerbeute nicht nötig.

Selbstgebaute Pfahlramme mit langen HaltegriffenSelbstgebaute Pfahlramme mit langen Haltegriffen

 

 


Das passende Werkzeug

Der Stockmeißel wird nicht ohne Grund die dritte Hand des Imkers genannt. Ob das Abschaben von Wachsbrücken und Kittharz, das Reinigen der Bodenwindeln, Teilen von Futterteigblöcken, Auseinanderhebeln von Waben, Aufziehen von Futterwaben und Weiselzellen, er ist allzeit bereit. Und was mit einem Feuerzeug noch lange nicht jeder kann, geht mit dem Stockmeißel wirklich einfach.

 

 Schnapp der Kronkorken fliegt ab!Schnapp der Kronkorken fliegt ab!

 

 So einfach geht dass.