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Kenyan Top Bar Hive

Platz-, zeit- und kostensparendes Hobbyimkern mit beweglichen Waben ohne schweres Heben. Einfacher Selbstbau aus Holz und Verzicht auf belastete Wachsmittelwände und Kunststoffwaben.

Ein Loch ist im Eimer, im Eimer, ein Loch...

2018 sind meine Bienchen relativ schwach aus dem Winter gekommen. Dies stützt meine Erfahrung, dass gute Honigjahre auch gut Varroa-Jahre sind. Hoher Varroa-Befall mit später Behandlung schwächt die Völker bis in die nächste Saison. 2017 war auch wieder eine Winterbehandlung mit Milchsäure notwendig, was ich über das Auszählen der Varroa im November feststellte. Allerdings hatte ich 2018 zuerst mal ein anderes Problem. Die Bienen hatten sehr wenig Winterfutter verbraucht. Um keine Futterwaben aufbewahren zu müssen, die Bienen nicht auf dem kalten Futter sitzen zu lassen und kein honigverfälschenden Zucker im Volk belassen zu müssen, haben beschlossen die Waben zu entnehmen und einzuschmelzen. Um keine Krankheitserreger zu verbreiten und aus Respekt vor den Leistungen der Bienen, sollten Waben nicht einfach entsorgt werden.  Da ich so viele Futterwaben mit Heißdampf schmelzen wollte und Gramm Wachs ankam, habe ich zum ersten mal auf eine Nassschmelze zurückgegriffen. Ein Verfahren das nicht unbeschrieben bleiben sollte, da die Nassschmelze mit einfachen Mittel zu bewerkstelligen ist. (Alternativ hätte ich das Futter auch erst wie Honig ernten und die Wachpressrückstände einschmelzen können. Diese Arbeit wollte ich mir aber sparen.) 

 

Einfach und sicher im Einkochautomaten.Einfach und sicher im Einkochautomaten.

 

Für die Nassschmelze habe ich zwei Honigeimer und meinen Einkochautomaten genutzt. Die Wabenstücke wurden in einen Eimer geschichtet und der Eimer bis zur Hälfte mit Wasser aufgefüllt (1). Der Eimer wurde mit Inhalt auf 80° C im Einkochautomaten (um den Einkochautomaten schließen zu können, habe ich die Tragebügel der Eimer entfernt) erhitzt (2). Der Trester aus den Puppenhäuten schwimmt genauso wie das Wachs auf. Zur Trennung von Trester und Wachs habe ich den Trester nicht mit einem Sieb abgeschöpft (Methode I), sondern den Trester mit einem breiten Sieb (aus einem zweiten im Boden durchlöcherten Eimer) nach unten gedrückt (3)(Mezhode II, die so ähnlich in Japan traditionell angewendet wird). Mit einer Plastiksuppenkelle habe ich den da Wachs abgeschöpft und (durch ein Sieb) in ein Absetzgefäß gegossen (5). Nach dem Abschöpfen habe ich den durchlöchert Eimer auch genutzt um den Trester aus dem Abwasser zu filtern (6).

 

WachsdrainageWachsdrainage

 

Theoretisch ist man hier noch nicht am Ende der Fahnenstange. Wenn man sich die Arbeit machen will, kann man mit der Honig-(Kartoffel-/Beeren-/Wachspresse) den Trester noch auspressen und so die Ausbeute noch steigern.

Hierzu kann ich nur sagen: jedem das Seine.

Mach Wa(ch)s draus!

Anders als die Imkerei mit Rähmchen und Mittelwänden, ist die Imkerei in der Oberträgerbeute weniger auf die Honigproduktion optimiert. Dies merkt man nicht nur an dem geringeren Honigertrag, sondern auch an dem relativen Anfall an Wachs. Da nicht nur Altwaben, etwas Deckelwachs und Drohnenwaben anfallen, sondern zusätzlich ganze Honigwaben geerntet werden, fällt viel relativ junges, helles Wachs an. Anderes als in den meisten Imkereien fließt dieses Wachs nicht direkt oder indirekt, durch Wabeneintausch, zurück in die Mittelwandherstellung.  Diesen wertvollen Rohstoff sollte man entsprechend schätzen und sich eine sinnvolle Verwendung überlegen. Hierzu kann man Kerzen oder Windlichter herstellen. Auf dem folgenden Bild ist eine Momentaufnahme meiner Wachsarbeiten aus dem letzten Jahr zu sehen. Für die Kerze habe ich eine Chips-Rolle als Form verwendet. Durch die industrielle Beschichtung löste sich die Kerze problemlos aus dieser preisgünstigen Form. Der Docht (ggf. Ausrichtung beachten) wurde zuvor in Wachs getaucht und gestreckt. Die Anweisung zur Herstellung von Windlichtern habe ich aus einem Magazin abgeleitet. Die Windlichter entstehen durch mehrmaliges (ca. 8maliges bei 72°C Wachstemperatur) eintauchen bzw. seitliches ziehen und drehen einer „Wasserbombe“ (Luftballons bis ca. 14-15 cm Durchmesser mit Wasser füllen und zuknoten) in flüssiges Wachs.  Das Wachs befindet sich im Wasserbad in einem Einkochautomaten (Womit wiedermal gezeigt wird, wie nützlich ein solches Gerät in Kleinstimkereien zum Wachsschmelzen und –klären und Honig verflüssigen ist.).  Nach jedem Tauchvorgang im Wachs werden die Ballons in einer Wasserschüssel zum Härten eingetaucht und auf einem Backpapier abgestellt, um eine Standfläche zu erhalten.  Zum Schluss wird mit Hilfe eines Messers und einer passenden Schale der obere Rand abgeschnitten und der Rand auf einem heißen Backblech mit Backpapier geglättet.

 

 Herstellen von Windlichtern und Kerzen aus eigenem Bienenwachs.Herstellen von Windlichtern und Kerzen aus eigenem Bienenwachs.


Irgend wachs fehlt hier doch noch...

Der Wachs, der über das  Jahr als Wabe oder Presskuchen anfällt, passt bequem in den Tiefkühlschrank, bis die Bienensaison zu Ende ist. Die abgebildete Schmelzkiste fast 5 Rähmchen Kuntsch hoch (Standardrähmchenmaß bei Golzbeuten) oder einen Drahtgitterkorb in Edelstahl aus einem Spargeltopf. Der Kasten ist von innen lackiert, damit die Feuchtigkeit nicht ins Holz eindringen kann. Als Dampfquelle dient ein Tapetenlösegerät (oder zuvor eine Dampfreinigungsgerät). Das Handteil ist auf dem Deckel aufgeschraubt.

Der unten näher beschriebene Klärkasten, dient auch als Unterlage und sorgt für ein leichtes Gefälle.

 

Das Schmelzen mit Heißdampf bringt eine relativ hohe Ausbeute auch ohne Druck. Beim Einblick in den Schmelzkasten sind die Auslaufbohrlöcher im Boden und die Dampfeintrittsöffnungen im Deckel zu erkennen. Durch den Umbau der Dampfversorgung von einem gebrauchten Dampfreiniger auf ein Tapetenlösegerät, sind diese durch den weißen Schutzlack gut sichtbar.

Einblick in Wabenkiste mit Dampfeinlass und Wabenkorb

 

Um Fehler der Wachsbarren wie Risse zu vermeiden und eine gute Klärung zu erzielen, sollte der Abkühlprozess langsam voranschreiten. Aus diesem Grunde habe ich eine Klärkiste (ähnlich einer Kochkiste) aus Styrodurresten gebastelt. Als  Auffanggefäß dient eine teflonbeschichtete Kuchenform. Die geschlossene Kiste ist gut isoliert. der Abkühlungsprozess wird dadurch stark verlangsamt. Schwebteilchen können nach oben steigen und andere Verunreinigungen können langsam durch das flüssige Wachs nach unten sinken. Die Kastenform ergibt einen handlichen Wachsbarren, die sich leicht entnehmen lassen.



Nach jeder Schmelze wird der Bodensatz vom Barren abgekratzt. Nach 2-4 Schmelzvorgängen erhält man relativ saubere Barren.

Alternativ habe ich die 2. Schmelze in einem Spargeltopf (im Wasserbad) in einem temperieten Einkochautomaten) vorgenommen (das Verfahren ist sicherer, als ein direktes Erhitzen auf einem Gasgrill mit Kochfeldern, was sonst auch funktionierte). Durch ein feines Küchensieb wird das gesamt Wachs wieder in die Kuchenform geschüttet. Der Klärprozess funktioniert so besonders gründlich. Das klären wird dann idealerweise in einem elektrischen, temperierten Einkochautomaten über drei Tage vorgenommen.

Nach dem Festwerden erfolgt das Abkratzen der erhärteten Sink-und Schwimmschichten und Wiegen der Wachsbarren.

 

 

Bilderzyklus Wachskratzen

 

Will man die Oberträger von Wachsresten befreien kann dies mechanisch sehr mühevoll sein. Insbesondere wenn man gekaufte Wittelwände für die Wittelwandstreifen verwendet. außerdem werden Krankheitsheime beim Sauberkratzen nicht ausreichend. Da meine Schmelzkiste hierzu klein ist, verwende ich einen Honigeimerturm. Der Boden des oberen Eimers ist genauso rund ausgeschnitten wie der Deckel des unteren Eimers. Außerdem befindet sich im oberen Deckel eine Einstecköffnung für den Heißdampfschlauch und in den unteren Eimer wurden einzelne Löcher als Abfluss gebohrt. Damit das Ganze das richtig Gefälle halt, wir ein Brett mit Unterlegleisten gelegt. Die zwei Eimer werden mittels Leisten auf einen dritten Eimer mit dem Auffanggefäß für das heiße Wachs-Wasser-Gemisch aufgebockt. Selbstverständlich kann der untere Eimer auch einzeln für abgeschnittene Waben verwendet werden. Hierbei benutzte ich wieder den Drahtkorb aus dem Spargeltopf um Brut und Wachstrester zurückzuhalten.

Der Turm zu WachsilonDer Turm zu Wachsilon

 

 

Noch einfacher und platzsparender geht es mit einem Bratenschlauch und einem Stahlschwamm. Der Stahlschwamm wird unten als Stopfensieb eingebunden. Oben wird der Dampfschlauch eingebunden. Fertig!

 

Aufbau mit DreibeinAufbau mit Dreibein

Durchblick:

Einfach, improvisiert, genial,...Einfach, improvisiert, genial,...