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Kenyan Top Bar Hive

Platz-, zeit- und kostensparendes Hobbyimkern mit beweglichen Waben ohne schweres Heben. Einfacher Selbstbau aus Holz und Verzicht auf belastete Wachsmittelwände und Kunststoffwaben.

Mach Wa(ch)s draus!

Anders als die Imkerei mit Rähmchen und Mittelwänden, ist die Imkerei in der Oberträgerbeute weniger auf die Honigproduktion optimiert. Dies merkt man nicht nur an dem geringeren Honigertrag, sondern auch an dem relativen Anfall an Wachs. Da nicht nur Altwaben, etwas Deckelwachs und Drohnenwaben anfallen, sondern zusätzlich ganze Honigwaben geerntet werden, fällt viel relativ junges, helles Wachs an. Anderes als in den meisten Imkereien fließt dieses Wachs nicht direkt oder indirekt, durch Wabeneintausch, zurück in die Mittelwandherstellung.  Diesen wertvollen Rohstoff sollte man entsprechend schätzen und sich eine sinnvolle Verwendung überlegen. Hierzu kann man Kerzen oder Windlichter herstellen. Auf dem folgenden Bild ist eine Momentaufnahme meiner Wachsarbeiten aus dem letzten Jahr zu sehen. Für die Kerze habe ich eine Chips-Rolle als Form verwendet. Durch die industrielle Beschichtung löste sich die Kerze problemlos aus dieser preisgünstigen Form. Der Docht (ggf. Ausrichtung beachten) wurde zuvor in Wachs getaucht und gestreckt. Die Anweisung zur Herstellung von Windlichtern habe ich aus einem Magazin abgeleitet. Die Windlichter entstehen durch mehrmaliges (ca. 8maliges bei 72°C Wachstemperatur) eintauchen bzw. seitliches ziehen und drehen einer „Wasserbombe“ (Luftballons bis ca. 14-15 cm Durchmesser mit Wasser füllen und zuknoten) in flüssiges Wachs.  Das Wachs befindet sich im Wasserbad in einem Einkochautomaten (Womit wiedermal gezeigt wird, wie nützlich ein solches Gerät in Kleinstimkereien zum Wachsschmelzen und –klären und Honig verflüssigen ist.).  Nach jedem Tauchvorgang im Wachs werden die Ballons in einer Wasserschüssel zum Härten eingetaucht und auf einem Backpapier abgestellt, um eine Standfläche zu erhalten.  Zum Schluss wird mit Hilfe eines Messers und einer passenden Schale der obere Rand abgeschnitten und der Rand auf einem heißen Backblech mit Backpapier geglättet.

 

 Herstellen von Windlichtern und Kerzen aus eigenem Bienenwachs.Herstellen von Windlichtern und Kerzen aus eigenem Bienenwachs.


Irgend wachs fehlt hier doch noch...

Der Wachs, der über das  Jahr als Wabe oder Presskuchen anfällt, passt bequem in den Tiefkühlschrank, bis die Bienensaison zu Ende ist. Die abgebildete Schmelzkiste fast 5 Rähmchen Kuntsch hoch (Standardrähmchenmaß bei Golzbeuten) oder einen Drahtgitterkorb in Edelstahl aus einem Spargeltopf. Der Kasten ist von innen lackiert, damit die Feuchtigkeit nicht ins Holz eindringen kann. Als Dampfquelle dient ein Tapetenlösegerät (oder zuvor eine Dampfreinigungsgerät). Das Handteil ist auf dem Deckel aufgeschraubt.

Der unten näher beschriebene Klärkasten, dient auch als Unterlage und sorgt für ein leichtes Gefälle.

 

Das Schmelzen mit Heißdampf bringt eine relativ hohe Ausbeute auch ohne Druck. Beim Einblick in den Schmelzkasten sind die Auslaufbohrlöcher im Boden und die Dampfeintrittsöffnungen im Deckel zu erkennen. Durch den Umbau der Dampfversorgung von einem gebrauchten Dampfreiniger auf ein Tapetenlösegerät, sind diese durch den weißen Schutzlack gut sichtbar.

Einblick in Wabenkiste mit Dampfeinlass und Wabenkorb

 

 

Um Fehler der Wachsbarren wie Risse zu vermeiden und eine gute Klärung zu erzielen, sollte der Abkühlprozess langsam voranschreiten. Aus diesem Grunde habe ich eine Klärkiste (ähnlich einer Kochkiste) aus Styrodurresten gebastelt. Als  Auffanggefäß dient eine teflonbeschichtete Kuchenform. Die geschlossene Kiste ist gut isoliert. der Abkühlungsprozess wird dadurch stark verlangsamt. Schwebteilchen können nach oben steigen und andere Verunreinigungen können langsam durch das flüssige Wachs nach unten sinken. Die Kastenform ergibt einen handlichen Wachsbarren, die sich leicht entnehmen lassen.



Nach jeder Schmelze wird der Bodensatz vom Barren abgekratzt. Nach 2-4 Schmelzvorgängen erhält man relativ saubere Barren.

Alternativ habe ich die 2. Schmelze in einem Spargeltopf (im Wasserbad) in einem temperieten Einkochautomaten) vorgenommen (das Verfahren ist sicherer, als ein direktes Erhitzen auf einem Gasgrill mit Kochfeldern, was sonst auch funktionierte). Durch ein feines Küchensieb wird das gesamt Wachs wieder in die Kuchenform geschüttet. Der Klärprozess funktioniert so besonders gründlich. Das klären wird dann idealerweise in einem elektrischen, temperierten Einkochautomaten über drei Tage vorgenommen.

Nach dem Festwerden erfolgt das Abkratzen der erhärteten Sink-und Schwimmschichten und Wiegen der Wachsbarren.

 

 

Bilderzyklus Wachskratzen

 

Will man die Oberträger von Wachsresten befreien kann dies mechanisch sehr mühevoll sein. Insbesondere wenn man gekaufte Wittelwände für die Wittelwandstreifen verwendet. Um dieses Wachs ausschmelzen zu können, habe ich meine Wachsschmelzkiste mit 4 losen und verkeilten Seitenbrettern erhöht. Die Oberträger müssen einmal gewendet werden. Das Wachs sammelt sich zum Teil in der Mitte der Oberträger als Wulst. Es lässt sich jedoch leicht entfernen.

Erhöhte Wachskiste      Einblick in den erhöhten Kasten

Noch einfacher geht es mit einem Bratenschlauch und einem Stahlschwamm. Der Stahlschwamm wird unten als Stopfengitter eingebunden. Oben wird der Dampfschlauch eingebunden. Fertig!

 

Aufbau mit Dreibein