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Kenyan Top Bar Hive

Platz-, zeit- und kostensparendes Hobbyimkern mit beweglichen Waben ohne schweres Heben. Einfacher Selbstbau aus Holz und Verzicht auf belastete Wachsmittelwände und Kunststoffwaben.

Mit einem Teelöffel Zucker nimmt man jede...

Bei allen Materialien, die mit Lebensmitteln (Honig) und Futter (Zuckerlösung) in Kontakt kommen, sollte auf die Lebensmitteltauglichkeit geachtet werden. Für den privaten Gebrauch reicht es, wenn die Gegenstände das "Messer- und Gabelsymbol" aufweisen. (Falls Gefäße wiederverwendet werden, ist auf die ursprüngliche Verwendung für ähnliche Güter (wasserlöslich, fettlöslich oder saure Lebensmittel) zu achten. Selbstverständlich sind alle Gefäße gut zu reinigen und Oberflächenbeschädigungen zu vermeiden.

Bis 2007 verwand ich zum Füttern eine Zuckerlösung im Verhältnis 3 Teile Zucker auf 2 Teile Wasser. Diese Lösung ist leicht zu Dosieren und bereitet den Bienen relativ wenig Arbeit beim Eindicken. Zur Herstellung wird in ein Gefäß etwas zur Hälfte mit warmen (nicht heißem Wasser, um die Bildung von schädlichen HMF zu verhindern) gegossen und dann mit Kristallzucker aufgefüllt, bis das doppelte Volumen erreicht ist. 2007 verwendete ich eine Zuckerlösung im Verhältnis 1:1. Dabei kann den Bienen erst mal weniger Zucker in einer Gabe gereicht werden, aber bei einer höheren Zuckerkonzentration setzt sich häufig ein Teil des Zuckers am Boden ab, wo er kaum noch von den Bienen aufgenommen werden kann. Wenn man diesen Zuckerverlust mit einrechnet, so macht der Unterschied bei einer Gabe nur noch ca. 280 g für ein Fünflitergefäß aus. Die Arbeit wird sehr stark vereinfacht, da die Futtergefäße mitsamt Schwimmermaterial nicht wieder aus der Oberträgerbeute entfernt, von Bienen befreit, gereinigt und zurückverbracht werden müssen. Auch ist die Löslichkeit deutlich verbessert, so dass ein einfacher Vierkantstab zum Rühren ausreicht. Ein Absetzen ist besonders ärgerlich, wenn das Futter transportiert oder einen Abend vorher angerührt wird.

Mein Rüher für die Zuckerlösung besteht aus einer einfachen Leiste, in die ich einen 6 mm Holzbohrer getrieben habe. Funktioniert bei einer Verdünnung von 1:1 selbst mit einem 18V Akkubohrer.

Akkubohrer auf Eimern abgelegt

Zur Auffütterung eignen sich Eimer, die auf ein Brettchen in die Beute gestellt werden. Neben dem Eimer wurde ein Trennschied mit einer Öffnung (Fluglochscheibe in Eimerhöhe) eingehängt.

 

Auf die Spur bringen...

Manchmal (bei kaltem Wetter) tun sich die Tierchen etwas schwer, den flüssigen Futterschatz zu finden, dann hilft es eine Zuckerwasserspur vom Eimer zu den Bienen zu ziehen.

 

Futtereimer mit längshalbierten Korken

Die Schwimmhilfe besteht aus Korken. Wobei ich nur einwandfreie Korken aus privatem Anfall nutze. (Um das Ertrinken der Bienen zu verhindern ist es unbedingt notwendig, die Korken der Länge nach zu halbieren.)

Bei einer Verdünng von 1:1 können Futtereimer bequem bis zum Rest in einen Futtereimer im Kasten umgefüllt werden. Dazu werden 3 Top-Bars (Oberträger) abgenommen und der Transporteimer in den Zwischenraum eingesetzt, dabei zeigt die Öffnung des Transporteimers schräg nach unten. Der Eimer steht so frei auf dem Kasten und muss nicht festgehalten werden.

Eimer umgestülpt über Kasten

 

Zum Füttern wird neben den Völkern ein Freiraum unter acht Oberträgern geschaffen. Den Platz von sieben Oberträgern benötigen die Futtereimer und der Raum unter dem zusätzlichen Oberträger dient als Ausgleichsraum für den Nassenheider Verdunster.


Lass mich bloß in Ruhe...

Wer beim Füttern den Kontakt zu den Bienen meiden möchte, kann sich mit einem Futterdeckel helfen, der statt einiger Oberträger als Auflage genutzt wird. Der Deckel verfügt entweder über ein Stück Gaze (engmaschigen Draht) oder über ein Fenster mit einer kleinen zentralen Einfüllöffnung. Beim Draht können die Bienen nicht entweichen und die Zuckerlösung fließt durch das Gitter in den Futterbehälter in der Beute. Bei Verwendung eines Fensters mit Einfüllöffnung, finden nur sehr wenige Bienen den zentralen Auslass, da Sie aus dem Inneren direkt nach oben unter die Glasplatte aufsteigen und dort nicht weiterkommen.

 
 

Hinter Gittern!

So sieht es dann im Detail aus und funktioniert hervorragend.

Hinter (schwedischen) Gardinen.Hinter (schwedischen) Gardinen. 



2008 habe ich Fertigfutterteig aus dem Bienenfachhandel verwendet, um ein paar Anfahrten zu sparen und der Räuberei vorzubeugen, da es im Umfeld schon früh keine Tracht (Bienenweide) mehr gab. Wenn ein Imkereibedarfanbieter in der Nähe ist kann dies von Vorteil sein. Wichtig ist das der Futterteig von unten und den drei Seiten mit Folie bedeckt ist, damit er nicht zu schnell austrocknet.

Futterteig in Beute eingelegt

Im Freien dient der zusammengelegte Umkarton als stabile Arbeitsunterlage.

2 Teigportionen mit Stockmeisel auf Kartonunterlage

Es gibt viele Möglichkeiten Bienen mit Zuckerwasser (oder verdünntem Honig) zu füttern. Die einfachste Art ist noch immer ein offenes Gefäß mit Schwimmern zum Beispiel aus Holz oder Kork. Für kleinere Gaben, kann man hierzu auch Verbundverpackungen (Getränkekartons) verwenden, die man oben abschneidet. Bei gewerblichen Imkern würde ich diese Art der Fütterung jedoch nicht empfehlen, da es bei Getränkekartons über die Schnittstellen der Verpackungsmaterialien bereits zu nachweisbaren Belastungen mit ITX (Weichmachern) bei Lebensmitteln gekommen ist.

 

Tetrapak mit Schnittlinie

 

 

Weit verbreitet ist auch die Fütterung über ein Schraubdeckelglas oder ein sogenanntes Mußtopffüterung. Bei der Schraubdeckelfütterung werden entweder mit einem Nagel 20-30 Löcher (ca. 1,3 mm) gestoßen oder der Deckel durch ein Tuch ersetzt. Ein solches Glas kann von außen oben aufgesetzt werden oder mit einer Halterung unter einem Trennschied durchgeschoben werden. Bei Oberträgerbeuten, die das Flugloch an der Stirnseite haben, kann eine solche Tränke auch zum Flogloch hineingeschoben werden, wenn es das Flugloch und die Art der Aufstellung zulassen.


 

Schraubdeckelglasfütterung im Schnitt

 

 

Alternativ können auch Flaschentränken verwendet die Tränkdeckel sind im Fachhandel erhältlich. (oder können auch selbst gebaut werden). Der Vorteil ist, dass die Flasche auch zum Transport genutzt werden können. Hierzu können Schnappbügelverschlüsse verwendet werden. Durch das  Einstellen in einen Pfandkasten wird das Umkippen während des Transportes verhindert. Falls Lösungen über 50% Zuckergehalt verwendet werden, besteht allerdings die Gefahr, dass Zucker auskristallisiert und die relativ kleinen Auslauföffnungen sich zusetzten, während einfache Futtereimer mit Schwimmmaterial funktionssicherer sind.

 

Im Gegensatz zu anglikanisch geprägten Ländern ist es in Deutschland meist nicht üblich Zuckerwasser außerhalb des Bienenkastens in Kleintiertränken oder ähnlichem anzubieten. Durch den Verzicht wird eine Quelle für Räuberei vermieden.