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Kenyan Top Bar Hive

Platz-, zeit- und kostensparendes Hobbyimkern mit beweglichen Waben ohne schweres Heben. Einfacher Selbstbau aus Holz und Verzicht auf belastete Wachsmittelwände und Kunststoffwaben.

Restauration und Melioration

Nach der Honigernte sind die Kästen besonders leicht. Diese Zeit habe ich genutzt, um die Beuten für die nächsten Jahre wieder in Stand zu setzten und eine kleine Bodenreform durchzuführen.

  1. Die Beuten wurden gereinigt und ausgeflammt.

  2. Alle Drähte entfernt

  3. Der Boden mit den faulen Bodenleisten wurden ausgetauscht.

  4. Die Beuten wurden an den Stirnseiten mit einer Bandschleifmaschine wieder plan geschliffen, da die platt aneinanderstoßenden Leimholzbretter sich an den Leimkanten aufgewölbt hatten. Die Stabilität der Stirnseiten wurde mit Lochblechen verstärkt.

  5. Die Beuten wurden neu angestrichen und verdrahtet (Aufhängedrähte, Trageschlaufen, Deckelhaltedrähte,…)

Dabei habe ich mich zum einen über die gute Wirkung der Bodenleisten als konstruktiven Bautenschutz gefreut, da so wirklich nur die Leisten verfault waren. Dies ist dadurch zu erklären, dass die Leisten als Tropfkante fungieren. Das gesamte Niederschlagswasser vom Dach und den Wänden, tropft entweder von der scharfen, überstehenden Dachkante ab und fällt zu Boden oder es läuft zum äußersten und tiefsten Punkt der freihängenden Beute. Wie auf der folgenden Skizze darstellt ist, sind das immer die beiden seitlichen Bodenleisten. Deshalb sollte auch nicht auf die Leisten verzichtet werden, da sie als Opferholz den eigentlichen Boden schützen.

 

Es regnet, Gott segnet, die Erde wird nass...Es regnet, Gott segnet, die Erde wird nass...

 

Zum anderen habe ich die Gelegenheit genutzt die Böden umzugestalten. Im Gegensatz zur bisherigen Gestaltung habe ich, nach den Erfahrungen des Superhonigjahres 2018 beschlossen, nur noch einen Teil (etwa die Hälfte) mit einem Drahtgitterboden zu versehen. Vor- und Nachteile eines Teilgitterbodens und eines Vollgitterbodens habe ich in der folgenden Tabelle aufgelistet. Über meine Erfahrungen werde ich weiter berichten:

 

Mittiges Bodengitter und 4 Leisten.Mittiges Bodengitter und 4 Leisten.immer die Mitteimmer die Mitte

 Seitliche Fluglöcher und drei Bodenleisten.Seitliche Fluglöcher und drei Bodenleisten.

 

starke Seitestarke Seite

Jeweiligen Vorteile

Meine Begründung

zum Umstieg auf Teilgitterböden

Vollgitterboden

Teilgitterboden

Einfache Bauart mit weniger Teilen

Geringerer Materialbedarf an punktgeschweißtem, bienendichtem Gitter

Macht bei nur zwei Beuten im Betrieb nicht viel aus

 

Einfachere Trennung von Brut- und Honigbereichen (Brut in Fluglochnähe)

War für entscheidend, da ich 2018 ausnahmsweise mit Absperrgitter geimkert habe, um die Trennung zu sichern

Bei mehreren Völkern in einer Beute, sind alle Bereiche immer über einem Gitterboden

 

Praktiziere ich nicht

Geringeres Risiko verschimmelter Randwaben, da auch die Randbereiche weitgehend belüftet werden.

 

War bei mir in der Oberträgerbeute noch kein Problem

Gute Belüftung der Beute von Unten

 

Teilbodengitter reicht aus, das das Brutnest im Sommer und das gesamte Volk im Winter über dem Gitterteil sitzen.

 

Einfache gut handhabbare Bodenwindel, die nicht durchhängt

Geringer positiver Effekt.

 

Bessere seitliche Isolierung im Winter durch geschlossenen Nebenraum.

Nicht entscheidend aber nett.

Bewährt

 

Ein Umbau zum Vollgitterboden ist leicht wieder machbar, wenn sich die neue Gestaltung nicht bewährt.

 

Mal was Neues

Mal was Neues ausprobieren, gehört zu Hobby                             

 


Das erste Opfer ist immer ... die Garage.

Diese Analogie zum Spruch: Das erst Opfer eines Krieges ist immer die Wahrheit, gilt fast immer für die Hobbyimkerei und nur die wenigsten Hobbyimker , die nicht mit der Oberträgerbeute imkern, kriegen ihr Auto noch in der Garage abgestellt. Während der Totalbauerneuerung galt das Ausnahmsweise auch für mich, die Bienen alles zum Anlass zum Räubern genommen haben. Während ich sonst abgeschnittene Drohnenwaben oder Presskuchen von der Honigernte im Tiefkühlschrank sicher zwischenlagern kann, benötigte ich diesmal die Garage als bienensicheren Abstellraum. Außerdem mußte ich die Waben mit unreifen Honig, Pollen und Brut sofort einschmelzen. Nachdem ich erst versucht hatte das Schmelzen während des Regens im Freien durchzuführen, machte ich die Erfahrung, dass der Regen unbemerkt aufgehört hatte. Etwa 50 Bienen zeigten bereits reges Interesse amb. Der geschlossenen Schmelzkiste. Um keine Räuberei durch Bienen suchende Bienen zu bekommen, habe ich das gesamte Gedöns schnell in die Garage gebracht. Die Bienen begleiteten mich nur allzu gerne. Um die Bienen wieder aus der Garage zu bekommen habe ich aus einer Plastikflasche und einem Stück Plastikgitter einen Bienen-Zyklon gebastelt. Ein Zyklon besteht aus einem Wechsel von Röhren mit verschiedeneren Durchmessern hintereinander. Je kleiner der Durchmesser einer Röhre ist, desto schneller wird eine gleiche Menge Luft hindurchströmen. In einem eingesetzten Stück mit größerem Querdurchmesser sinkt die Luftgeschwindigkeit stark ab. Die Bienen werden durch die Düse eingesaugt und kommen in den ruhigeren Teil der Flasche. Wegen des Gitters können die Bienen nicht in den Staubsauger selbst hineingezogen werden. Gegen den Strom in der Düse können die Bienen die Flasche auch nicht mehr verlassen, solange das Gerät angeschaltet bleibt. Derartige Zyklone werden auch als Luftfilter in landwirtschaftlichen Maschinen oder wie hier zum Umsiedeln von Wespen- und Hornissen verwendet. Den Staubsauger nur auf die sanfteste Saugstärke einstellen und alle Bienen lassen schonend aus der Garage entführen. Danach folgte das, was es beim Hobbyimkern zum Glück selten gibt:

Nachtschicht.

 

BienensaugerBienensauger

 

Gelöst. Problem erkannt, Problem gebannt

Eines meiner größten Probleme war immer die Lagerung der unbenutzten Beuten. Aus Platzmangel wird bei uns fast alles unter die Decke gehängt. Allerdings ist so eine Beute sperrig und schwer, wenn man sie mit allem Zubehör und Deckel möglichst nah unter der Decken balanciert und mit einer Hand versucht, die Drahtösen des Befestigungsdrahtes einzuhängen. Dies ging meist nicht ohne die eine oder andere Blessur ab. Versuche mit Seilrollen für die Aufhängung von Fahrrädern waren auch nicht zufriedenstellend. Aber als ich erkannt habe, dass es sich lohnt mal ernsthaft nach einer Lösung zu suchen, kam schnell ein rettender Einfall. Mittlerweile benutzte zur Aufhängung Ketten, die durch ein Stück Gartenschlauch laufen. Die Ketten sind so lang, dass die Kästen in bequemer Höhe mit ausreichendem Abstand nach oben eingehängt werden. Erst anschließend werden die Beuten stückweise höhergehängt und in der jeweiligen Öse eingehackt (eben wie bei einem Schwenkgrill). Durch den Schlauch rutscht die Kette ohne widerstand unter der Beute durch, so reicht es sogar aus nur an einer Seite zu ziehen.

SchwenkbeuteSchwenkbeute

 

 

nachgedacht & selbstgemacht

Um die Oberträger an den Auflagepunkten leicht mit einer Stichsäge zu fertigen, benutze ich eine Anreisshilfe aus Aluminiumblech, die man leicht selbst herstellen kann. Durch die Einheitlichkeit wird das Arbeiten an der Beute zudem etwas vereinfacht. Entlang der Längsseite kann man mit einem Bleistift oder Kugelschreiber die Schnittlinie vorzeichnen. (Hier durch eine blaue Linien dargestellt.)

 Immer der Linie nachImmer der Linie nach

Fragen zum Detail?

Oberträger von der SeiteOberträger von der Seite

Winterarbeiten - Bauen

Den Bau neuer Oberträgerbeuten versuche ich mit relativ wenigen Werkzeugen in unserer Garage zu gestalten. Um schnell und einfach ohne Kappsäge die Latten für die Oberträger abzulängen, habe ich einen einfachen Queranschlag (mit seitlichen Führungsleisten an den Tischaußenkanten) zusammengenagelt, der einen seitlichen Anschlag für die richtige Länge hat. Unter dem Maschinentisch ist eine Handkreissäge montiert.

 Maschinentisch mit untermontierter HandkreissägeMaschinentisch mit untermontierter Handkreissäge

Da die Genauigkeit der Kombination aus Maschinentisch und Handkreissäge nicht sehr genau (und relativ gefährlich ist), habe ich mir eine Tischstichsäge angeschafft. Hiermit können auch 35 mm Leisten selbst hergestellt werden.

 

Tischstichsäge mit AblänganschlagTischstichsäge mit Ablänganschlag

 

Exakte Winkel lassen sich mit einem anschraubbaren Winkelanschlag herstellen. Dabei wird allerdings ein etwas längeres Brett benötigt. Eine Kreissäge mit Führungslaser vereinfacht die Einstellung der Schnittlänge sehr stark.


Winkelanschlag gegen den FrustWinkelanschlag gegen den Frust

Die Unterkante der Seitenwände habe ich mit einem Winkel von 15 ° gestaltet um einen fugenlosen Anschluss zum Boden zu bekommen. Zur Konstruktion hatte ich vorher eine 1:1 Schnitt-Skizze auf Papier bzw. Tapete erstellt. Dadurch ergibt sich bei einer Brettstärke von 18 mm eine Höhe der Seitenbretter von 31 cm auf der Innenseite und 30,5 cm auf der Außenseite.

Astlöcher und Ungenauigkeiten lassen sich mit Sägespäne und Leim auffüllen. ("Leim" und Sägespäne macht die Beute schöne.)

 

Wenn man mal zu Boden geht, ist man noch lange nicht am Ende.

Einfache Kreissäge und Maschinentische sind oft nicht einfach und dauerhaft genau einzustellen.

Statt sich zu ärgern, kann man dem aus dem Wege gehen, wenn man sich zum Boden herablässt. Eine selbstgebaute Sägelehre (-lade, -knecht) aus Leisten und einer Leimholzplatte kann in Verbindung mit einer Kreissäge mit einem seitlichen Anschlag eine nervenschonende und preisgünstige Alternative sein.

 

Low tech (wortwörtlich) statt High Tech

Die Sägelade wird auf einen alten Teppich gelegt. So kann sie nicht verutschen und man kann sich bequem neben den Teppich knien. Die Feineinstellung bleibt über den seitlichen Anschlag möglich. Gegen das Durchrutschen des Oberträgers wirkt ein Querriegel. Wichtig ist darauf zu achten, dass sich keine Schrauben in der Sägelinie befinden. Der Querriegel ist deswegen breiter als der Oberträger. Außerdem kann der Querriegel so leicht ersetzt werden. Zu besseren Anschauung wurde für die Abbildung ein bereits gebrauchter, dunkler Oberträger in die Sägelade eingelegt. Wie zu sehen ist, besteht meine Sägelade aus drei parallelen Leisten (die ich wegen Astlöchern aussortiert hatte) und einer Leimholzplatte als Unterlage. Um kleine Ungenauigkeiten in der Lehre auszugleichen, wird der Oberträger nach dem ersten Schnitt in der Lehre einmal um die Mitte gedreht und ein zweiter Schnitt durchgeführt. So bekommt man sehr symmetrische Fugen in der Mitte.

Einlegesägelade für die Mittelnut der OberträgerEinlegesägelade für die Mittelnut der Oberträger

Mit dem richtigen Dreh...

klappt’s mit der Herstellung der Dreiecksoberträger ohne Tischkreissäge oder Oberfräse. Eigentlich ist der Querschnitt nicht wirklich dreieckig. Er ähnelt eher dem Haus vom Nikolaus auf dem Kopf. Außerdem finde ich, dass die Nachteile dieser Oberträgerform überwiegen. Man braucht mehr Material bzw. teurere Ausgangsleisten. Die Oberträger sind schwerer und beim Abtrennen der Honigwaben gelangen eher Holzsplitter in das Erntegut bzw. es geht die Funktionalität für die Wiederverwendung verloren. Die einzige Vorteile sind, dass sich die Oberträger leicht, schnell und mit wenig Wachs, durch bestreichen der Unterkante mit Wachs, vorbereiten lassen.

 

 

Wenn es rein über die Form funktioniert. Sieht einfach aus, hat mich aber länger beschäftigt.Wenn es rein über die Form funktioniert. Sieht einfach aus, hat mich aber länger beschäftigt.

 

Trotzdem habe ich mir Gedanken gemacht, wie man diese Oberträger mit einer Handkreissäge aus quadratischen Leisten selber anfertigen kann. Letztlich habe ich mich auch hier, für eine Sägelehre entschieden. Da es auf den schmalen Grat ankommt, habe ich hierbei auf eine fixe Anschlagleiste gesetzt. Durch die starke Gehrung wandert die Sägelinie der Handkreissäge aus der Mitte. Deshalb ist es am einfachsten, den richtigen Abstand zwischen Anschlagleiste (Führung) und Sägelinie direkt über einen kurzen Schnitt mit der Säge zu ermitteln. Dazu wird die Anschlagleiste (orange) als erstes montiert und ein kurzer Schnitt in die Unterplatte gesägt, wobei die Kreissäge bereits an der Leiste entlanggeführt wird. Der Abstand kann dann auf den Abstand zwischen Anschlag und die Mitte des Werkstücks übertragen werden. Statt des Werkstückes wird zuerst eine Platzhalterleiste mit Nägeln oder Schrauben auf die ermittelte Sägelinie geheftet. Um diesen Platzhalter werden die Führungsleisten (weiß) angebracht, auf denen die Handkreissäge später gleitet (diese Leisten müssen gleichhoch und -breit mit dem späteren Werkstück sein). Im rechten Winkel zur Führung wird noch der Querriegel (rot) montiert. Damit man die Säge auslaufen lassen kann, habe ich noch einen Stoppklotz (rosa) lose eingelegt. Der Platzhalter wird entnommen und los geht‘s.

Oberlager und stabile SeitenlageOberlager und stabile Seitenlage


Jetzt kommt der Dreh. Auch kleine Ungenauigkeiten in der Lehre führen dazu, dass der Mittelgrat eben nicht genau in der Mitte liegt. Es reicht allerdings nicht das Werkstück einmal zu drehen. Sondern einmal beidseitig mit dem Grat noch oben und einmal in beide Richtungen mit dem Grat 90 Grad zur Unterlage muss gesägt werden. 2x2 ist Zauberei und ergibt wunderbar symmetrische 3-ecksleisten.
Ein Oberträger mit Nut im VergleichEin Oberträger mit Nut im Vergleich

 

 Mein Tipp!

Bauen Sie die Beute möglichst einfach.

Lose Teile, aufwendige Dächer und aufwendinge Varroa-Windeln als Schubladen lohnen den Aufwand fast nie. Zudem verziehen sich solche Konstruktionen leicht und stören mehr, als sie nützen.

 

Verzichten Sie auf:

 - Fluglochschieber

 - Oberträger mit zusätzlichen Abstandsleisten (spacers) außer am Rand

 - lose Anflugbretter

 - Schubladen und Klappen für die Varroa-Windel

 - Wabentaschen für die TBH

 

Da gibt es immer was zu tun

Im sonnigen Oktober ist die richtige Zeit für kleine Reparaturen (am offenen Bienenvolk). So habe ich 2008 alle Hängedrähte ausgetauscht. Um die Beuten nicht allein bis auf den Boden abstellen zu müssen, habe ich zwei Getränkekästen unter die Beuten gesetzt. So braucht die Oberträgerbeuten nur Seite nach Seite ein kleines Stück angehoben zu werden.

Kielhohlen für OberträgerbeutenKielhohlen für Oberträgerbeuten
 
 
Wenn man Ersatzbeuten hat, können defekte oder restaurierungsbedürftige Beuten auch ausgetauscht werden. Die leere Beute wird an die Stelle der zu reparaturbedürftigen Beute gehängt und die Waben umgehängt. Anschließend wird die leere Beute wie eine Rampe schräg an die Beute gestellt, damit die verbliebenen Bienen in das Ausweichquartier ziehen können. Ganz zum Schluss wird die Beute nochmals umgekehrt vor das Flugloch auf die Erde geworfen. Basta!
 
Einmarsch der verlorenen Kinder.Einmarsch der verlorenen Kinder.
 

Bienen in der Hängematte

Der Draht. an dem die Beute aufgehängt ist, wird an zwei Bohrungen in die Stirnseite eingeführt und führt direkt am Stirnbrett entlang zur Außenseite. An der Außenseite trifft der Draht mit einem rechten Winkel auch eine Bohrung in der Seitenwand. Er führt durch die Seitenwand nach Außen und wird um eine Schraube oder Schrauböse gedreht. Der Draht kann auf diese Weise gelöst und verkürzt bzw. verlängert werden, um die Beute auszurichten. Außerdem wird die Zugkraft umgeleitet und hält die Beute zusammen, statt an der Stirnseite zu reißen. Ein zweiter Draht wird als Ring durch die Beutenwand geführt und dient als Tragegriff oder zum Anheben der Beute.

 Tragedrähte- und HängeschlaufeTragedrähte- und Hängeschlaufe

Jedes Töpfchen braucht sein Deckelchen...

So brauchten meine Oberträger teilweise neue Dächer. Die Herstellung ist im Prinzip ganz einfach. Aber so ist das mit Prinzipien. Nachdem ich mir eine Klappwerkbank mit dem Biegen der Bleche ruiniert hatte, habe ich die Herstellung der Dächer ins Wohnzimmer verlagert. Der Wohnzimmerteppich dient als Unterlage. Dann wird aus dem Standardblech (Alu- oder Zinkblech mit 100 x 60 cm) in jeder Ecke ein Quadrat von 3,5 x 3,5 cm ausgeschnitten (Oberträgerbreite). Als Erstes werden die Langseiten gebogen. Zwei zusammengeschraubte Bretter dienen als "Biegeknecht". Nach der ersten Anwendung werden die Bretter nicht mehr auseinandergeschraubt. An der Biegeseite bilden die Bretter einen leichten spitzen Winkel, um das Biegen zu vereinfachen. Die Stirnseiten werden dann, gebogen, indem ein Oberträger las Biegekante aufgelegt wird. Etwas anstrengend ist das schon, aber es funktioniert bislang sehr gut.

Bequemes arbeiten auf dem TeppichBequemes arbeiten auf dem Teppich
Ebenfalls auf einem Teppich schraube ich die Schattendächer (Lattenroste) zusammen. Durch den Teppich kann man die Latten gut ausrichten und von allen Seiten am Werkstück arbeiten. Auf die Latten werden zwei 2 Latten aufgeschraubt. Haltedrähte anbringen. Fertig !
 
Über hochkant gelegte Latten werden relativ gleiche Abstände vorgelegt.Über hochkant gelegte Latten werden relativ gleiche Abstände vorgelegt.

 


Ein Häuslein steht im Walde auf einem Bein...

 

Als Hobbybienenhalter hat man die Wahl. Entweder man hat die Bienen im Hausgarten und bestens unter Kontrolle, so dass man jeden Abend „Guten Abend!“ sagen kann, oder man hat die Bienen weiter weg stehen und weiß nicht, ob man sie ausreichend oft besuchen kann. Für den Fall, dass die Bienen weiter weg sind, gibt es noch die zusätzlich Möglichkeit einer Schwarmfalle (oder etwas böse Lockbeute). Früher waren diese Beuten durch das BGB verboten. Dass es nicht mehr so ist, ist gut so. Denn lieber einen Schwarm fangen, als Ihn in der Wildbahn ohne Krankheitskontrolle oder Varroabehandlung als Ansteckungsherd für andere Bienenvölker zugrunde gehen lassen. Swarm Catch Box im WaldSwarm Catch Box im Wald

 

Beim Aufstellen einer Schwarmfalle müssen, wie ich finde, aber ein paar Sachen berücksichtigt werden. Zum Ersten: um eigene Schwärme anzulocken, muss man die Falle in einiger Entfernung vom eigenen Standplatz aufstellen. Laut Herstellerangabe der Pheromon-Ampullen, die die Bienen durch nachgebauten Sterzelduftstoff (Chemisches Flugleitsystem der Bienen) anlocken, sollte der Abstand mindestens 250 Meter zu den eigenen Völkern betragen, was vielleicht nicht immer möglich ist. Zum zweiten sollte man das eingezogene Volk erst mal nicht wegbewegen, sondern an Ort und Stelle in eine Beute einschlagen. Erst nach einer Quarantäne mit Kontrolle der ersten Brut, gegebenenfalls unter Unterstützung durch einen Fachmann kann man die Bienen über ein mindestens sechswöchiges Verstellen an einen anderen Standort wieder zum Standplatz bringen.

 

Schwarmfang-Box und Deckel sind mit zwei Gummis fixiert, aus jeweils aus der Längshälfte einer Fahrradschlauches bestehen.

Schwarmfallen können mit Oberträger versehen werden, die nur mit einem Anfangsstreifen versehen sein sollten. Die Oberträger werden genau wie Rähmchen auf eingeklemmte Querleisten aufgelegt. Die Ränder müssen frei bleiben, damit sich der Deckel dicht schließen lässt. Werden Pheromon-Ampullen eingesetzt, können diese, wie in meinem Beispiel an einen Draht in die Falle eingehängt werden. Details kann man auch der englischen Bedienungsanleitung entnehmen. Dabei sollten ein paar Dinge immer gelten.

  1. Pheromonampullen immer mit Handschuhen anpacken. (Sonst könnten die eigenen Bienen ziemlich anhänglich werden.)

  2. Pheromonkapseln nie öffnen. Der Duftstoff wandert durch den Kunststoff nach außen.

  3. Unbenutzte Pheromonkapseln im Kühlschrank aufbewahren.

 Einblick SchwarmlockfalleEinblick Schwarmlockfalle


 

Jungfern- oder Altersheim, wem mag wohl das Häuschen sein

Seniorenresidenz für rüstige AltköniginnenSeniorenresidenz für rüstige Altköniginnen

Reserveköniginnen können im Sommer in Begattungskästchen untergebracht werden. Hier habe ich ein Kirchhainer Begattungskästchen auf unserem Garagendach untergebracht. Die Unterlage ist ein Schattendach, das mit Steinen beschwert wurde. Als Schutz (für die Dachfolie und das Lattenholz) habe ich die aufliegenden Leisten mit Plastikschnüren umwickelt. Die Spanngummis sind aus einem Fahrradschlauch geschnitten.

Ihre Majestät...
Auf der kleinen Wabe kann man sehr gut die Königin mit Ihrem Hofstaat erkennen.
Ihre Majestät mit HofstaatIhre Majestät mit Hofstaat

 

Mein TIPP!

Bilden Sie einen Ableger mit einer Reservekönigin.

 

Reserveköniginnen werden oft spät im Jahr plötzlich benötigt. Das Auflösen eines Begattungskästchens tut nicht weh.

 


Besser als ein Blumentopf...

 

Ablegerkästen

Ablegerkästen werden eigentlich nicht wirklich benötigt. Sie sind jedoch durch eine Person alleine zu heben und brauchen wenig Stellplatz als Reserve, falls es darum geht einen Schwarm zu fangen oder einen Ableger zu bilden oder auch als Transportkiste für ganze Waben. Bei den Ablegerkästen handelt es sich in der Regel einfach um auf 6-14 Waben kürzer ausgeführte Oberträgerbeuten.

 

Es ist sinnvoll Ablegervöker, die nicht nur als Zwischenableger dienen, schon 2-3 Tage nach ihrer Erstellung zwischen zwei Pfähle zu hängen, die bereits ausreichenden Platz für eine Standardoberträgerbeute bieten, so finden sich die Flugbienen bei einem Beutenwechsel leichter zurecht.

 

Als Fluglöcher dienen Bohrlöcher, die mit einem Stopfen oder Korken verschlossen werden können. Da die Beute horizontal einfach um 180° gedreht werden kann, ist es möglich auf der Rückseite ein einzelnes 32 mm Flugloch anzulegen, so dass der Ableger auch als Schwarmfalle genutzt werden könnte. Damit keine größeren Tiere einziehen, wird das Flugloch mit drei vertikalen Drähten gesichert (Sieh auch die Abbildung weiter unten).

Nach deutschem Bienenseuchenrecht darf ein Kasten nicht mehr als Schwarmfalle eingesetzt werden, wenn er bereits einmal mit Bienen besetzt war, so dass nur neue, unbenutzte Ablegerkästen hierzu genutzt werden dürfen.

Ursprünglich dachte ich, man sollte eine Top-Bar-Hive an einem Tag bauen können und kann so auch auf das Vorhalten von Beuten verzichten können. (Das Bauen ging dann doch nicht so schnell.)

Aber als ich samstags nach 14.00 h nach Hause kam und mein freundlicher Nachbar erzählte meine Bienen wären geschwärmt, hatten nur noch die Baumärkte auf und die Zeit war begrenzt.

Rausgekommen ist dieser Ablegerkasten (hier noch ohne Griffleisten). Leider war es bereits ein Nachschwarm, der zu weit oben im Kirschbaum hing, und sich auch mehrmaligen Versuchen nicht vollständig einschlagen ließ und mehrfach wieder auszog.

Geblieben ist mir (neben dem Erlebnis) der Ablegerkasten und die Erfahrung, dass die Top-Bar-Hive für eine Schwarmverhinderung durch Zwischenableger in einer Beute (An der Stirnseite habe ich ein optionales Flugloch über die gesamte Breite, das hierzu geöffnet werden kann) doch zu eng sein könnte.

Schwarmfangkiste unterm KirschbaumSchwarmfangkiste unterm Kirschbaum

 

Es ist sinnvoll den Ableger schon zwischen zwei Pfähle zu hängen, die bereits ausreichenden Platz für eine Standardoberträgerbeute bieten, so finden sich die Flugbienen bei einem Beutenwechsel leichter zurecht. Es ist auch möglich mit dem Ableger ein paar Tage vor dem Umsetzen zu wandern, um nicht das Volk in der Standardoberträgerbeute bugsieren zu müssen. Als Aufhängung dient eine geschlossene Drahtöse.

 Hängepartie für JungvölkerHängepartie für Jungvölker

Als Fluglöcher dienen fünf Bohrlöcher, die mit einem Weiselstopfen oder Korken verschlossen werden können. Auf der Rückseite liegt ein 32 mm Flugloch, so dass der Ableger auch als Schwarmfalle genutzt werden könnte. Damit keine größeren Tiere einziehen, wird das Flugloch mit drei vertikalen Drähten gesichert.

 KombifluglochKombiflugloch


Quetschhahnmontage:

 

Vorsicht mit den Fingern...

Eigentlich wollte ich nur probieren ob der Hahn aufs Loch passt. Leider saß er gleich so fest, dass er auch mit dem Hammer nicht mehr ganz auszurichten war. (Also besser gleich richtig ausrichten!)


Da passende Lochbohrer relativ teuer sind, habe ich mir anders geholfen.

In eine Leiste habe ich eine Spanplattenschraube gedreht und in Entfernung des halben Lochdurchmessers die Leiste halb eingesägt. Die Leiste einschrauben und das Klingenmesser in den Sägeschlitz einführen und langsam drehen. Mit etwas Geduld erhält man ein sauberes, passendes und preisgünstiges Loch.

 



Eine drahtige Angelegenheit...

Mit Draht werden die Beuten aufgehängt und ich verwende in als Ersatz für sogenannte Beschläge (Dachbefestigungen, Verschlüsse...). Damit der Draht nicht versagt sind einige Dinge zu beachten, die ich beim Stellen von Elektroweidezäunen mitbekommen habe. Irgendwozu ist halt alles gut.

Auf jeden falls sollte man sogenannte Augen verhindern. Wenn Zug auf eine solche Schlinge kommt, wird der Draht zerrissen, auch wenn man das Auge wieder begradigt hatte.

Wehe, wehe, wenn ich af das Ende sehe!Wehe, wehe, wenn ich af das Ende sehe!

Um eine Schlaufe als Verbindung zu schaffen, reicht es nicht das lose Ende um den belasteten Draht zu wickeln. Eine solche Verbindung hält keinen starken Zug aus und würde auseinander gezogen.

 SchlaufeSchlaufe

Richtig ist es beide Enden umeinander zu rödeln (verdrehen von Draht). Falls ein der Draht bereits belastet wird ist dies nicht möglich. Dann wird das Drahtende  doppelt von außen nach innen um den gespannten Draht gewickelt, wie es hier in zwei Schritten abgebildet ist.

Viel Wirbel um...Viel Wirbel um...

 

Um zwei Drahtstücke miteinander zu verbinden reicht es nicht beide losen Enden zu umeinander zu drehen. Um eine belastbare Verbindungen zu bekommen, ist es besser, zwei Schlingen zu bilden, die ineinander greifen.


Falsch verbunden!Falsch verbunden!




 

Wohin damit?

Für die entnommenen Waben benötigt eine geeignete Ablage ich verwende hierfür eine einfache Klappkiste mit einem selbstgebauten Holzrahmen, der die Höhe an die Beutenhöhe anpasst.

alles drinalles drin

Auch ohne Klappkiste kann der Aufsatz zur sicheren Ablage von Oberträgern auch mit Anfangsstreifen oder Weiselbechern dienen.

 aufgesetztaufgesetzt